Törn – Sardinien

Samstag 6.9.2014
Durch einen Streik beim Bodenpersonal des Flughafens in Olbia konnten wir am Samstag keine Bootsübernahme durchführen, erst gegen 20:30Uhr kamen wir an der Charterbasis an. Trotzdem musste die Kaution hinterlegt werden, ansonsten hätten wir nicht auf dem Boot übernachten können. Die Begründung war etwas seltsam: „Wir könnten ja das Boot beschädigen oder sogar damit den Hafen verlassen“. Für jeden Schaden den das Boot am nächsten Tag hätte, wären wir aber trotzdem verantwortlich, so die Aussage von Alice im Büro des Vercharterers. Die restliche Crew musste sich wegen des Streiks einen schönen Tag in Düsseldorf machen.

Sonntag 7.9.2014
Die Bootsübergabe am nächsten Morgen wurde durch Paolo sehr freundlich und kompetent abgewickelt, fehlende Teile wurden schnell besorgt und ein defekter ‚Heater‘ konnte repariert werden. Es war ein völlig anderes Verhalten als am Abend zuvor, selbst der Chef brachte uns zwei Flaschen Wein als Entschuldigung für fettiges und schmutziges Kücheninventar und erstattete sogar die am Abend zuvor gezahlte Endreinigung. Vermutlich war der defekte ‚Heater‘ schuld daran, dass nur noch mit kaltem Wasser gespült wurde, aber niemand hatte es dem Vercharterer gemeldet.111 20140907 161833

Gegen Mittag kamen Ulla und Friedhelm zur Charterbasis und wir beschlossen unsere üblichen Hafenmanöver durchzuführen, das Boot zu testen und einen Abstecher in die Bucht von Cala di Volpe zu machen. Es ist eine wunderschöne Bucht mit gutem Ankergrund und ein idealer Platz zum Baden und Schnorcheln.
Abends ging es zur Pizzeria ‚Matts Cafe‘ mit Blick auf den Hafen und unglaubliche große und leckere Pizzen, unsere Empfehlung ist die 4Stagione und Corsa !

Montag 8.9.2014
Endlich ging es los, bei schönem Segelwind um 3 Bf, Richtung La Maddalena. In Höhe von Palau war starker Fährverkehr, aber bei guter Sicht problemlos zu queren. Nach ca. 23sm erreichten wir den Stadthafen von Maddalena und lagen um 16:45 fest. Es gab genügend Liegeplätze, anders als in den Monaten July und August.
Die Stadt hat eine schöne Altstadt mit Markthalle, Geschäften und vielen Restaurants, außerdem konnten wir uns in einem großen Supermarkt mit allem Nötigen für die Woche eindecken.

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Dienstag 9.9.2014
Nach nochmaligem Stadtrundgang und Cafebesuch am Morgen beschlossen wir die Überfahrt nach Bonifatio zu machen, wir hatten NE 3-4 Bf und konnten mit Raumshotskurs ohne Segelmanöver bis vor den Eingang des Naturhafens von Bonifatio segeln. Bei schönem Wetter ist es ein traumhafter Anblick, wenn die Altstadt von Bonifatio auf dem Felsen immer größer wird.

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Wir bekamen einen Platz im neuen Teil des Hafens und fuhren mit der ‚Touristen-Bahn‘ in die Altstadt. Der Blick aufs Wasser und auf die Felsen mit der untergehenden Sonne ist unbeschreiblich, allein dafür lohnt der Weg nach Korsika. Die Stimmung in den verwinkelten Gassen hat etwas besonderes, an machen Ecken wird Livemusik gespielt und wir konnten nicht weitergehen ohne zumindest ein wenig getanzt zu haben.

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Mittwoch 10.9.2014
Diesmal kam der Wind aus NW mit 4-5 Bf, also wieder mit Raumshotskurs durch die Straße von Bonifatio Richtung Maddalena Archipel. Wir wollten in einer Bucht der Isola Budelli schwimmen und schnorcheln, aber durch die NW-Richtung des Windes hätten wir in der Bucht auf Legerwall gelegen und entschieden uns deshalb nach Porto Pozzo zu segeln. Dort konnten wir an einer privaten Boje festmachen und verbrachten eine ruhige Nacht. Skipper und Co-Skipper gingen allerdings erst gegen 3:00Uhr in die Koje, hatten wohl viel zu besprechen…

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Donnerstag 11.9.2014
Heute ging es erst gegen Mittag los, zum einem war das Ziel Cannigione nur etwa 16sm entfernt und zum anderen war die halbe Crew bis 3:00Uhr auf. Der Wind kam aus W mit 4-5 Bf und wir waren gegen 15:00Uhr in Cannigione, obwohl wir unterwegs noch die beiden Buchten Porto Liscia und Port Puddu besuchten, da der Skipper dort viele Jahre Surf-Urlaub gemacht hatte. Im Hafen von Cannigione waren immer noch 4-5 Bf und das Hafenpersonal etwas hektisch und völlig ohne Sprachkenntnisse, von der Muttersprache mal abgesehen. Es dauerte einige Zeit bis uns ein Platz zugewiesen wurde. Der Hafenmeister sprach fließend deutsch, was dann zumindest die Anmeldung einfach machte. Die Stadt selbst hat kein so schönes Flair wir La Maddalena, aber wir haben ausgezeichnet in einem Restaurant am Hafen gegessen.

Freitag 12.9.2014
Unser letzter Segeltag, wir segelten nur mit der Fock bei 5-6 Bf aus W-Richtung mit Halbwindkurs aus der Bucht von Cannigione. Danach stand eine Kursänderung auf 90Grad an, wir hatten jetzt achterlichen Wind mit 6-7 Bf ! Jetzt leuchteten die Augen des Skippers, eine Halse bei 6-7Bf (allerdings nur mit der Fock) und die Durchfahrt der ‚Passo del Bisce‘ mit bis zu 9Knoten Geschwindigkeit war einfach Segelspaß pur, besonders wenn nur die Fock draußen ist !!
Die einzigen die uns überholen durften, waren die Yachten der Regatta Rolex-Swan von Porto Cervo, aber man muss auch ‚jönne könne‘ wie der Kölner so sagt, obwohl bei uns kein Kölner an Board war.

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Wir hatten noch genügend Zeit um in der Bucht von Cala di Volpe nochmals zu baden, brauchten aber diesmal 2 Versuche, um das Schiff fest vor Anker zu legen, in der Bucht hatten wir immerhin noch 5-6 Bf. Wind.
Gegen 16:00Uhr waren wir zurück in Porto Portisco, das Boot wurde abgetaucht und die Übergabe mit Paolo war wieder völlig entspannt und problemlos. Zum Abschiedses254 P1010633sen ging es wieder ins ‚Matts Cafe‘. Eine schöne abwechslungsreiche Segelwoche lag hinter uns, wir hatten fast immer Sonnenschein und angenehme Temperaturen, keinen Regen und der Wind wurde von Tag zu Tag mehr, so dass jeder von uns seinen Spaß hatte. Es waren am Ende genau 111sm, nicht gerade viele, aber sehr schöne Seemeilen.

Samstag 13.9.2014
Pünktlich um 7:00Uhr kam unser gemeinsames Taxi zum Flughafen, Ulla und Friedhelm flogen nach Hamburg zurück, während Steffi und Lothar noch den Tag in Olbia verbrachten, um dann abends nach Düsseldorf zu fliegen. Die Altstadt von Olbia ist auch empfehlenswert, zum bummeln, shoppen, Bier trinken und vieles mehr.

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